1. Kurzbeschreibung der Branche in Ostfriesland

Die Medien- und Verlagswirtschaft ist mit rund 500 SV-Beschäftigten eine kleine, aber identitätsstiftende Branche Ostfrieslands. Sie umfasst die lokalen Tageszeitungen (Ostfriesen-Zeitung – OZ, Emder Zeitung, Ostfriesland Magazin), den lokalen Hörfunk (Radio Ostfriesland), Online-Medien (OZ-Online, regionale Nachrichtenportale), Buch- und Zeitschriftenverlage (Regionalia-Verlag, Kunstverlag), Druckereien und Werbeagenturen. Die Branche ist stark vom Strukturwandel der Printmedien betroffen: sinkende Auflagen, rückläufige Anzeigenerlöse und die Digitalisierung setzen die traditionellen Geschäftsmodelle unter Druck. Gleichzeitig entstehen neue digitale Formate und Nischenverlage.

2. WZ-Code und Klassifikation

3. Geschätzte SV-Beschäftigte und Entwicklung

KennzahlWert
SV-Beschäftigte (geschätzt)~500
Davon Tageszeitungen (OZ, Emder Zeitung)~200
Davon Radio / Hörfunk~30
Davon Buchverlage / Regionalverlage~40
Davon Werbeagenturen / PR~100
Davon Druckereien (zeitungsnah)~80
Davon Online-Medien / Digital-Publishing~50
Entwicklung 2015–2025Rückläufig (–25 %)
Prognose 2025–2035Weiter rückläufig (–20 bis –30 %)

Der Stellenabbau in den Printmedien setzt sich fort. Digitale Geschäftsmodelle (Paid Content, Podcasts, Newsletter) können die Verluste nicht vollständig kompensieren.

4. Schlüsselunternehmen mit Sitz und MA-Zahlen

UnternehmenSitzBeschäftigteAnmerkung
Ostfriesen-Zeitung (OZ)Leer / Aurich~150Größte Lokalzeitung, Manteltitel und Lokalausgaben
Emder ZeitungEmden~50Lokalzeitung für Stadt und Region Emden
Radio OstfrieslandLeer~30Lokalradio, UKW und Webstream
Regionalia-VerlagAurich~15Regionales Buch- und Zeitschriftenprogramm
Ostfriesland MagazinNorden~10Monatliches Regionalmagazin
Werbeagenturen (Diverse)Ostfriesland gesamt~100Kleinere Agenturen für Print, Web, Social Media
Druckereien (Zeitungs-/Akzidenzdruck)Leer/Emden/Aurich~80Druck für Zeitungen, Werbematerial, Geschäftsdrucksachen
Online-NachrichtenportaleOstfriesland~30Unabhängige Online-Medien, Blogs

5. Standortfaktoren (Warum Ostfriesland?)

6. Trendprognose

ZeithorizontPrognose
Kurzfristig (2026–2028)Printauflagen sinken um 3–5 % p.a.; Digital-Abos wachsen langsam; Werbeagenturen wandeln sich zu Digitalagenturen; Druckereien konsolidieren
Mittelfristig (2028–2031)Print bleibt als Nischenmedium bestehen; Lokaljournalismus wandert zunehmend ins Internet (Paid Content); Podcasts und Video-Formate ergänzen das Angebot; KI-generierte Inhalte verändern Redaktionen
Langfristig (2031–2036)Print wird zum Premium-Nischenprodukt (Wochenzeitung, Magazine); Lokaljournalismus überlebt nur mit öffentlicher Förderung („Media-Hubs“); KI-Journalismus ist Standard; ostfriesische Medienhäuser werden zu regionalen Content-Plattformen

7. Strategische Handlungsempfehlungen für Entscheider

  1. Regionalen Medien-Hub Ostfriesland gründen – OZ, Emder Zeitung, Radio Ostfriesland und die Online-Portale bündeln ihre Digital-Ressourcen (Vertrieb, Technik, Vermarktung) in einer gemeinsamen Digitalgesellschaft, um Synergien zu heben und die regionale Medienvielfalt zu sichern.

  2. Journalismus-Nachwuchs fördern – Ein Volontariats- und Förderprogramm („Ostfriesland-Journalist:in“) in Kooperation mit der Hochschule Emden/Leer und den Medienhäusern auflegen, das junge Journalist:innen für die Region begeistert und an die lokale Medienlandschaft bindet.

  3. Kultur- und Tourismus-Marketing mit Medien koppeln – Regionalmedien und Tourismusorganisationen entwickeln gemeinsame Content-Strategien (Themen-Specials, Podcasts, Video-Reihen über Ostfriesland), die Reichweite generieren und gleichzeitig die regionale Medienwirtschaft stärken.


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8. Quellenvermerk