Kurzbeschreibung
Die Medien- und Verlagsbranche in Osnabrück ist mit rund 1.000 SVB der kleinste Sektor im Ranking. Die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) als größter regionaler Verlag und Arbeitgeber prägt die Branche. Der digitale Wandel und sinkende Printauflagen setzen den Sektor unter erheblichen Druck. Osnabrück spiegelt den bundesweiten Trend der Medienkrise wider.
WZ-Code
J58 – Verlagswesen (Zeitungen, Zeitschriften, Buchverlage) / J60 – Rundfunkveranstalter / J63 – Informationsdienstleistungen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SVB)
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geschätzte SVB gesamt | ~1.000 |
| NOZ Medien (Druck + Verlag + Redaktion) | ~500 |
| Privatradio/Lokal-TV | ~100 |
| Werbe-/PR-Agenturen | ~200 |
| Buchverlage, sonstige Medien | ~200 |
| Trend (2015–2025) | Deutlich rückläufig (−20 %) |
Schlüsselunternehmen
- NOZ Medien (Neue Osnabrücker Zeitung) – Größter regionaler Verlag mit Tageszeitung, Digitalangeboten und Anzeigenblättern. Beschäftigt rund 500 MA in Osnabrück. Teil der NOZ/dpa-Gruppe.
- Lokalsender – Radio Osnabrück (Privatradio), Lokal-TV Osnabrück (Offener Kanal).
- Zahlreiche Werbeagenturen, PR-Agenturen und Kommunikationsdienstleister.
Standortfaktoren
- Pros: NOZ als starker regionaler Medienplayer, gute journalistische Tradition, Digitalangebote wachsen, Lokalmedien bleiben relevant (Hyperlocal Content), Werbemarkt im Lokalen.
- Contras: Sinkende Printauflagen (−3–5 % p.a.), Werbeeinbrüche im Print, Digitalisierungskosten, redaktioneller Stellenabbau, Konkurrenz durch soziale Medien und Suchmaschinen.
Trendprognose
Die Medienbranche wird sich weiter konsolidieren. Print wird weiter an Bedeutung verlieren, digitale Angebote gewinnen. NOZ ist durch die Digitalstrategie und die Zugehörigkeit zur NOZ/dpa-Gruppe gut positioniert, wird aber weiter Stellen abbauen. Die Beschäftigung wird auf ~800 SVB sinken. Neue Jobs entstehen im Digitaljournalismus, Social Media und Content Marketing.
3 Handlungsempfehlungen
- Digitaljournalismus fördern: NOZ und die Hochschulen (Uni Osnabrück – Medienwissenschaft) sollten gemeinsame Ausbildungsprogramme für Digitaljournalismus und Datenjournalismus entwickeln.
- Lokalmedien-Initiativen: Stadt und Landkreis sollten Lokalmedien als demokratierelevant fördern – z. B. mit Bürgerfonds für lokalen Journalismus.
- Medien- und Kreativwirtschaft vernetzen: Ein Medien- und Kreativwirtschaft-Netzwerk aufbauen, das Verlage, Agenturen, Filmbüro und Hochschulen verbindet.
Quellenvermerk
Daten basieren auf Bundesagentur für Arbeit, NOZ Medien, BDZV, Landesanstalt für Medien Niedersachsen, IHK Osnabrück.