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Scenario Planning für die Landwirtschaft in Frankfurt am Main: Strategien für WZ A in der Metropole
Die Landwirtschaft (WZ A) in Frankfurt am Main ist kein Nischenphänomen, sondern ein hochspezialisierter, systemrelevanter Wirtschaftszweig innerhalb der engsten Stadtgrenzen einer deutschen Millionenmetropole. Während die öffentliche Wahrnehmung Frankfurt primär als Finanz- und Dienstleistungsstandort codiert, produzieren landwirtschaftliche Betriebe im Norden (Kalbach, Nieder-Eschbach, Harheim, Bonames) und Westen (Sindlingen, Zeilsheim) weiterhin Nahrungsmittel, Futtermittel und Rohstoffe für die regionale Wertschöpfung.
Für Entscheider im DACH-Mittelstand – insbesondere für Familienbetriebe, Genossenschaften und landwirtschaftliche Lohnunternehmer in der Metropolregion – reicht klassisches Risikomanagement nicht aus. Die Dynamik aus Bodenpreisexplosion, urbaner Nutzungskonkurrenz und Klimawandel erfordert ein strukturiertes Scenario Planning. In diesem Artikel wenden wir das Framework auf die spezifische Situation von WZ A in Frankfurt an und liefern belastbare Handlungsempfehlungen.
1. Status Quo: Agrarstruktur und Standortfaktoren in Frankfurt (WZ A)
Laut Hessischem Statistischem Landesamt (Landwirtschaftszählung 2022/2023) existieren innerhalb des Stadtgebiets Frankfurt am Main noch rund 26 bis 30 landwirtschaftliche Haupterwerbs- und Nebenerwerbsbetriebe. Die bewirtschaftete Fläche beläuft sich auf circa 1.800 Hektar, wovon der Großteil im Stadtteil Kalbach-Riedberg und den nördlichen Gemarkungen liegt.
Kernsegmente der Frankfurter Landwirtschaft:
- Gemüse- und Kräuterbau: Frankfurt ist Ursprungsort der „Grünen Soße“. Sieben spezifische Kräuter (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schafgarbe) werden lokal angebaut. Betriebe wie die historischen Gärtnereien im Raum Nieder-Eschbach sichern diese kulinarische Identität.
- Obstbau und Rebbau: Äpfel für den traditionellen Apfelwein (Ebbelwoi) werden teils in Zeilsheim und Sindlingen kultiviert.
- Pferde- und Tierhaltung: Reitsport und Pferdezucht sind im Frankfurter Raum ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor (u.a. durch den Reit- und Fahrverein Frankfurt).
- Ackerbau: Getreide und Raps zur lokalen Verwertung.
Standortfaktoren und Arbeitgeber: Die Landwirtschaftskammer Hessen unterhält eine Bezirksstelle in Frankfurt und begleitet die Betriebe bei Fördermitteln und Digitalisierung. Der Frankfurter Großmarkt (Obst- und Gemüsezentrum) fungiert als zentraler Absatz- und Logistikknoten. Die Stadt Frankfurt selbst ist über das Amt für Stadtentwicklung und das Grünflächenamt ein indirekter Akteur, da sie durch Bebauungspläne (z.B. „Riedberg“ oder „Nördlich der Autobahn“) direkt in die Flächenverfügbarkeit eingreift.
Im Vergleich zu ländlichen Räumen wie Ostfriesland (extensiver Grünland- und Milchviehwirtschaft) oder Osnabrück (gemischte Agrarstruktur mit starkem Maschinenbau-Zulieferer-Mittelstand) ist Frankfurt durch eine extreme Flächenknappheit charakterisiert. Während in Ostfriesland Bodenpreise für Ackerland bei 30.000 bis 40.000 Euro pro Hektar liegen, erreichen landwirtschaftlich nutzbare Flächen in Frankfurt durch Spekulation und Umwidmungspotenzial (Bauland) Spitzenwerte von über 150.000 Euro pro Hektar.
2. Scenario Planning Framework: Anwendung auf WZ A in der Metropole
Scenario Planning nach Kahn und Wiener (bzw. der Shell-Methode) identifiziert kritische Unsicherheiten und definiert plausible Zukunftsbilder. Für die Frankfurter Landwirtschaft isolieren wir zwei Haupttreiber:
- Flächenverfügbarkeit vs. Bebauungsdruck: Wird die Stadt durch Wohnungsbau („Neues