SWOT-Analyse Forschung & Entwicklung (WZ M72) in der Metropolregion München

Die Metropolregion München gehört zu den dichtesten Forschungs- und Entwicklungsstandorten in der EU. Während die Bundesagentur für Arbeit für den Segment „Hochschulen/Forschung“ (WZ P85) rund 30.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte ausweist, entfalten die institutionellen F&E-Dienstleister (WZ M72) ihre Wirkung vor allem innerhalb der großen Industriecluster. Die Top-20-Branchenliste der Region vom Juni 2026 zeigt: Sonstiger Fahrzeugbau (Luft-/Raumfahrt, WZ C30) beschäftigt ~52.000 Personen, IT/Software-Dienstleistungen (J62) ~45.000, Elektronik/Optik (C26) ~28.000. BMW AG unterhält in München ~35.000 Arbeitsplätze, davon ein überproportionaler Anteil in Verwaltung und F&E – nicht in der reinen C29-Produktion. Siemens AG (~12.000), Infineon Technologies (~5.000), MTU Aero Engines (~5.000), die TU München (~8.000) und die LMU (~10.000) bilden das Rückgrat des Ökosystems. Bundesweit bewegt sich der F&E-Sektor bei Ausgaben von 125–130 Mrd. € (2024/25), das sind 3,1 % des BIP (OECD-Schnitt ~2,7 %). Die Münchner Region vereint schätzungsweise 11–13 % der deutschen F&E-Ausgaben auf sich (Stifterverband, BMBF-Regionaldaten).

Die methodische Grundlage dieses Beitrags bildet unser SWOT-Framework. Weitere regionale Branchenreports stehen im Blog zur Verfügung.

Standortfaktoren im Detail

München profitiert von einer Triade aus außeruniversitärer Spitzenforschung (Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz/Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR), technischer Universität (TUM, exzellenzverbund) und privater Industrieforschung. Der Flughafen München (~10.000 Beschäftigte) sichert die globale Mobilität von Wissenschaftlerinnen und Gastforschern. Die Metropolregion mit ~6 Mio. Einwohnern liefert gleichzeitig den Absatzmarkt für angewandte Entwicklung: Versicherungen (Allianz ~15.000, Munich Re ~6.000) und Banken treiben FinTech-R&D, das Baugewerbe (~35.000) und Ingenieurbüros (~25.000) binden Bau-F&E.

Der Flächennutzungsplan der Landeshauptstadt zeigt jedoch: Gewerbeflächen für Labore sind knapp. Freiham und Allach werden zu Siemens-nahen F&E-Zentren ausgebaut, während Garching bei München als Physik- und KI-Cluster (TUM, MPI) expandiert.

SWOT-Analyse WZ M72 Metropolregion München

Stärken (Strengths)

Schwächen (Weaknesses)