Executive Summary

Die Wertschöpfungskette der Münchner Automobilindustrie ist historisch durch eine tiefe vertikale Integration geprägt – BMW fertigt Motoren, Presskarosserien, Lackiererei und Endmontage in einem Werk. Die Transformation zur E-Mobilität verschiebt die Wertschöpfung jedoch fundamental: Von mechanischen Komponenten (Verbrenner-Motor, Getriebe) zu Software, Batterie und Elektronik. Die Analyse der Wertschöpfungskette zeigt, dass die höchste Rendite in Zukunft nicht in der Fertigung, sondern in der Software-Entwicklung (Operating System X, Connected Drive) und im Batterie-Kreislauf-Management liegen wird. Die zentrale strategische Frage lautet: Welche Teile der Wertschöpfungskette müssen intern aufgebaut werden, und welche können zugekauft werden?

Analyse

Primäre Aktivitäten

Eingangslogistik Die Logistik ist hochkomplex: Das BMW Werk München (Milbertshofen) erhält täglich 800 Lkw-Lieferungen mit 5.000+ verschiedenen Teilen. Das Just-in-Sequence-Verfahren (JIS) stellt sicher, dass die Teile in der exakten Produktionsreihenfolge ankommen – eine der anspruchsvollsten Logistikoperationen Europas.

Fertigung/Operation Die Fertigung im Stammwerk München ist eine der flexibelsten der Welt:

Ausgangslogistik BMW versendet in 140 Länder. Das Werk München beliefert den europäischen Markt (per Lkw und Bahn). Das zentrale Ersatzteillager in München-Garching lagert 100.000+ Teile und ermöglicht eine 24h-Lieferung in ganz Europa. MAN versendet Lkw über das europäische Händlernetz.

Marketing und Vertrieb

Service (Aftermarket)

Unterstützende Aktivitäten

Forschung & Entwicklung Das FIZ in München ist das größte Automobilforschungszentrum Europas. Schwerpunkte 2024–2027:

Personalwirtschaft

IT und Compliance

Handlungsempfehlungen

  1. Batterie-Wertschöpfung integrieren: BMW sollte nicht nur Batterie-Montage, sondern schrittweise auch Zellfertigung in München aufbauen – als Joint Venture mit Northvolt oder als eigene Fabrik. Die aktuelle Abhängigkeit von CATL und chinesischen Zellproduzenten ist strategisch riskant.

  2. Software internalisieren: BMW muss die Software-Entwicklung (OS X, Connected Drive, KI-Features) vollständig intern aufbauen – aktuell werden noch 40 % der Software-Entwicklung extern vergeben. “BMW wird zum Software-Unternehmen, das auch Autos baut.”

  3. FIZ-Öffnung: Das FIZ sollte als Innovations-Campus für externe Startups und Forschungspartner geöffnet werden – ähnlich dem BMW Startup Garage, aber skalierter. FIZ wird zum “Munich Automotive Innovation Campus” mit Platz für 500 Externe (Startups, TUM, Fraunhofer).

Datenbasis


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